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Unsere Abteilung begleitet Kreditinstitute bei der Umsetzung der neuen
Eigenkapitalrichtlinien f¨r Kreditinstitute ("Basel II"),
die Ende 2006 die derzeitige pauschale Eigenkapitalunterlegung von
acht Prozent ("Basel I") ablösen und durch eine dem Kreditrisiko des
Bankportfolios entsprechende ersetzen soll.
Zur Konzeption des zugehörigen Ratings werden zunächst Einzelanalysen der
Variablen im Hinblick auf ihre Trennfähigkeit zwischen Ausfall und
Nichtausfall vorgenommen.
Die nächsten Schritte sind die Schätzung von Scores und
Ausfallwahrscheinlichkeiten.
Hier ist das Ziel, eine optimale Gewichtung der Einflussfaktoren im
Kredit-Score zu ermitteln.
Für die gleichzeitige Schätzung von Scores und Ausfallwahrscheinlichkeiten
aus Querschnittsdaten eignen sich statistisch-ökonometrische Ansätze
(Logit-Modell, logistische Diskriminanzanalyse).
Für diese Verfahren gibt es eine Vielzahl von Erweiterungen,
die das Modell in verschiedenen Aspekten flexibler gestalten.
Panel- und Verweildauermodelle werden verwendet, wenn Beobachtungen über
mehrere Jahre vorliegen.
Neuronale Netze, Klassifikationsbäume, Schätzung unter
Monotonierestriktionen und semiparametrische Modelle dienen zur
Modellprüfung und zum Auffinden geeigneter Variablentransformationen.
Die wichtigsten Optimalitätskriterien für die Bewertung von Scores oder
Ratings sind die Trennschärfe zwischen guten und schlechten Krediten
und die Kalibrierung (Genauigkeit) der geschätzten
Ausfallwahrscheinlichkeiten.
Klassische Trennschärfemaße quantifizieren den Abstand zwischen den
Score-Verteilungen von Ausfällen und Nichtausfällen.
Beispielhaft seien hier Lorenz- und ROC-Kurven sowie daraus abgeleitete
Kennzahlen (Gini-Koeffizient, Accuracy Ratio) genannt.
Das Rating-System einer Bank sollte mit Hilfe von Back- und Stresstesting
einer regelmäßigen Evaluation unterzogen werden.
Aus statistischer Sicht kommen für beide Evaluationsziele
Resampling-Ansätze (Monte-Carlo-Methoden, Bootstrap) zur Anwendung.
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